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  Studien    
       
 

Pilotstudie in Frankfurt/Main
Von 10/2001 bis 5/2002 erfolgte in Frankfurt/Main eine prospektive Untersuchung über den Einsatz der präklinischen Sonographie. Es wurde erstmals die Frage gestellt, in wieweit die präklinische Sonographie eine praktikable Methode darstellt, um am Unfallort abdominelle Blutungen oder einen Hämatothorax zu diagnostizieren und ob die neue präklinische Diagnostik Einfluss auf das Management schwerverletzter Patienten hat. Die standardisierte Sonographie wurde von einem, nicht an der Notfallversorgung beteiligten Untersucher angewendet. Die Notärzte und das Rettungsteam wurden über das Ergebnis der Sonographie informiert und nach deren Konsequenzen aus der zusätzlichen Diagnostik befragt. Bei Aufnahme des Patienten im Schockraum wurde der präklinisch festgestellte Ultraschallbefund mittels erneuter Ultraschalluntersuchung bzw. Computertomographie des Abdomens im Rahmen der Schockraumdiagnostik kontrolliert.

An 59 Patienten der 61 untersuchten Patienten konnten bei einer mittleren Therapiezeit am Unfallort von 21 ± 10 min die sonographische Untersuchung in durchschnittlich 2,8 ± 1,2 Minuten durchgeführt werden. Die präklinische Sonographie hatte einen Zeitvorsprung vor der ersten Sonographie im Schockraum von 20,3 ± 8,6 Minuten. Bei 16 Patienten (26.2 %) wurde präklinisch freie Flüssigkeit diagnostiziert. Die Untersuchung zeigte eine Spezifität von 97,5% und eine Sensitivität von 100%. In 36% der Einsätze wurde das präklinische Management modifiziert. Im wesentlichen wurden zusätzliche großlumige Zugänge gelegt, differenzierter Volumenersatz verabreicht und die präklinische Therapiezeit im Sinne eines „load and go“ verkürzt. In 21% wurde aufgrund der sonographischen Diagnose Vor-Ort die Wahl der Zielklinik beeinflusst.

Multicenterstudie
Mit Hilfe einer Multicenterstudie sollte die Frage geklärt werden, ob die Ultraschalluntersuchung auch ohne zusätzlichen Untersucher vom Rettungsteam selbst am Unfallort durchgeführt werden kann und ob die zusätzliche Diagnostik am Unfallort eine Änderung des präklinischen Managements bewirkt. Bei der im Dezember 2003 beendeten Multicenterstudie waren 5 Luftrettungszentren der DRF und der Christoph 2 des Bundesgrenzschutzes beteiligt. Notärzte und Rettungsassistenten mit keiner oder geringerer Ultraschallerfahrung wurden in dem speziell entwickelten Kursprogramm trainiert. Nach Auswertung von mehr als 200 Fällen zeigte sich, dass in über 90% der Einsätze ausreichend Zeit zur Durchführung der Sonographie war. Durch die Schulung der Notärzte und Rettungsassistenten sowie Standardisierung des Untersuchungsablaufes betrug die mittlere Untersuchungsdauer lediglich 2,4 Minuten. Es fanden sich in 14% der Fälle freie Flüssigkeit. Es wurden lediglich 2 falsch negative und ein falsch positiver Befund diagnostiziert, was einer hohen Sensitivität und Spezifität von mehr als 90% entspricht. Die präklinisch gestellte sonographische Diagnose konnte im Mittel 35 Minuten früher als die Sonographie im Schockraum gestellt werden. In etwa 1/3 der Fälle änderte das Team aufgrund der Ultraschalldiagnose das präklinische Management und die Therapie. Das Meldebild des Rettungsteams an die Leitstelle wurde in mehr als der Hälfte der Fälle um die Information des sonographischen Befundes erweitert, woraufhin in etwa 1/5 der Einsätze auch das Zielkrankenhaus geändert wurde. In allen Fällen mit positivem Befund wurde das Schockraumteam der aufnehmenden Klinik modifiziert und erweitert.
 

 
       
       
       
     

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